Die progressive supranukleäre Blickparese, PSP, ist eine seltene Funktionsstörung des Gehirns. Sie ist verwandt mit der Parkinsonschen Krankheit. Entdeckt wurde sie 1963 von Dr. John C. Steele, Dr. J.C. Richardson and Dr. J. Olszewski, daher ist sie auch unter der Bezeichnung Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom (SRO) bekannt.
PSP tritt überwiegend in der zweiten Lebenshälfte auf. Männer sind ein wenig öfter betroffen als Frauen. Man nimmt an, dass 6-7 von 100.000 Menschen im Laufe ihres Lebens an PSP erkranken. (Zum Vergleich: bei Parkinson sind es in Deutschland 100-200 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner, bei den über 65-jährigen sogar bis zu 1.800.)
Die Ursache für PSP ist noch nicht bekannt (aber es wird intensiv geforscht). Es gibt bislang leider keine Heilung und nur wenige, eingeschränkt wirksame Medikamente, mit denen die Symptome der Krankheit gelindert werden können.
PSP wird meist von Neurologinnen / Neurologen festgestellt. Allerdings ist es nicht einfach, die PSP zu diagnostizieren. Es gibt bislang keinen «PSP-Test», und die Symptome ähneln denen anderer Bewegungserkrankungen. Die Neurologen entscheiden mittels verschiedener Untersuchungen und anhand der Symptome, ob jemand (wahrscheinlich) an einer PSP erkrankt ist. Dabei verwenden sie die Kriterien für die PSP-Diagnose (externer Link), auf die man sich in den 90-er Jahren geeinigt hat.
Vorab: Die Symptome können von Person zu Person sehr unterschiedlich sein! Einige Anzeichen wurden allerdings besonders häufig beobachtet:
Manchmal kommt es auch zu Gemüts- oder Persönlichkeitsveränderungen.
Symptome, die oft zur Diagnose «PSP» führen, sind vor allem die Stürze und eine zunehmende Unfähigkeit, die Augen nach unten zu bewegen. Die Probleme mit den Augenbewegungen haben der Krankheit auch ihren Namen gegeben: Blickparese - Blicklähmung.